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Terrarienbau

... ein kleiner Exkurs zum Thema Terrarienbau am Beispiel unseres Bartagamen-Terrariums

Terrarienbau 1

In unserem Fall wurde von einer Tischlerei ein Grundgerüst (kann auch ein umgebauter Kasten sein) gefertigt, in das dann das Terrarium eingebaut wurde. Dieses Terrarium hat die Innenmaße von 170 x 70 x 70 cm. Rückseite und rechte Seite bestehen vollständig aus Holz, in die linke Seite wurde ein Plexiglasfenster eingesetzt. Als Boden dient ebenfalls Holz, der "Himmel" besteht aus einem Gitter (sollte aus Metall sein, Kunststoff schmilzt! Sehr enge Maschenweite, um eine Flucht von Lebendfutter unmöglich zu machen, siehe Bild weiter unten), damit unsere Bartagame nicht zu den Lichtquellen kann und sich dann verbrennt.


Terrarienbau 2

Um das Holz zu konservieren, wurde das ganze Terrarium mit einem Klarlack lackiert (bitte unbedingt lange genug auslüften lassen). Die Wände wurden dann mit Styropor unter Verwendung von einem Styroporkleber verkleidet.


Terrarienbau 3

Gleichzeitig kann man mit Styropor eine Grundform "modellieren". Auch an der Rückwand kann man Vorsprünge zum Raufklettern anbringen, die aber zur Unterstützung als Unterlage eine Holzplatte haben sollten, die mit der Rückwand verschraubt wird. Höhlen brauchen oftmals eine Unterstützung ( im nächsten Bild sichtbar), eine eingeklebte, aufgestellte Holzleiste kann dabei sehr gut behilflich sein.


Terrarienbau 4

Man sollte immer auch das Endprodukt ein bisschen im Hinterkopf haben. Auf dem nächsten Bild sieht man einen "Probelauf" mit aufgelegten Steinen, um das Gefälle der zukünftigen Steine zu kontrollieren. Die Steine sind hier nur aufgelegt, später werden sie mit Fliesenkleber festgeklebt.


Terrarienbau 5

Auch die Holzteile wurden probehalber hingelegt. Nächster Punkt ist dann das Auftragen des Fliesenklebers. Diesen kann man mit Lebensmittelfarben einfärben, aber aufpassen: Im feuchten Zustand ist die Farbe nie wirklich erkennbar, also vorher auf einer Holzplatte ausprobieren. Die Konsistenz des nassen Fliesenklebers sollte sehr patzig sein, weil er sonst von der Wand rinnt. Legt man den Kasten / das Terrarium um, so dass die Rückwand waagrecht liegt, kann man die Masse schön in Form bringen. Strukturen, Steine etc. können auf die noch feuchte Masse aufgedrückt werden.


Terrarienbau 6

Terrarienbau 7

Hier sieht man das Gitter, das das Terrarium vom Lichtkasten trennt.


Terrarienbau 8

Kurz noch zum Thema Lichtkasten: Er sollte gut zugänglich sein und es muss Platz für die Entlüftung sein (das Entlüftungsgitter sieht man im obigen Bild). Bewährt hat sich die Möglichkeit, den Lichtkastendeckel als Ganzes anheben zu können und aber auch nur die Front öffnen zu können.


Terrarienbau 9

Im Lichtkasten ist dann auch die Steckerleiste mit den Schaltuhren angebracht (braucht man unbedingt, um ein Lichtprogramm fahren zu können!)


Terrarienbau 10

Wenden wir uns nun der Terrarienfront zu: Man kann Glas oder wie in unserem Fall Plexiglas verwenden, Vorteil von Plexiglas ist das geringere Gewicht, Nachteil ist, dass es kratzempfindlich ist. Die 2 Scheiben stehen in einer Metallschiene hintereinander und können so verschoben werden.
(Man sieht hier auch noch das Kabel des Maximum-Minimum-Thermometers, der nur geringe Spannung trägt und somit keine Gefahr darstellt.)


Terrarienbau 11

Unter der Glasschiene braucht man noch ein Belüftungsgitter am besten über die ganze Front, außen ist es sehr grobmaschig (aus dem Baumarkt) und innen, um eine Lebendfutterflucht zu vermeiden, ist das gleiche Gitter angebracht, aus dem oben der "Himmel" besteht. Fehlt noch der Sand: Meiner Meinung nach eignet sich Kinderspielsand (unparfümiert bitte), gemischt mit Lehmpulver, am besten. Bei der Menge sollte man nicht sparen, Bartagamen graben oft sehr gern, 10 cm sollte der Sand mindestens hoch sein.


Materialliste:

  • Styropor 4 cm dick (dämmt und ist Träger für Fliesenkleber)
  • Styroporkleber/ Leim
  • Fliesenkleber
  • Lebensmittelfarbe
  • Holzleisten/ -bretter
  • Schrauben
  • Steine/ Wurzeln zur Deko
  • Aquariumsilikon zum "unsichtbaren" Verkleben von Holz
  • feiner Kiesel aus einem Bachbett (abgekocht) zur Bestreuung der Rückwand
  • feinmaschiges Drahtgitter aus dem Baumarkt
  • grobmaschiges Lüftungsgitter (für vorne unten und hinten oben!!!!, um eine Zirkulation ohne Zugluft zu erreichen)
  • Schiene für Plexiglasscheiben
  • Kinderspielsand unparfümiert
  • Steckerleisten
  • Schaltuhren
  • Keramikfassungen (Kunststoff schmilzt!!!)
  • HQI-Strahler
  • UV-Röhre + Balken
  • 5 x 150-Watt-Spots
  • Holz zur Deko, abgekocht und dann klar lackiert, damit es zu keinen Verletzungen kommen kann