Haut

Wissenswertes aus der Hautambulanz

In unserer tierärztlichen Tätigkeit haben wir uns besonders auf Hauterkrankungen bei den verschiedensten Tierarten spezialisiert. Das Feld reicht von Flohekzem und Räudemilbenbefall über verschiedene infektiöse, autoimmune oder hormonbedingte Erkrankungen bis zu Haarausfall und Allergie- Management.

Die pyotraumatische Dermatitis – Hot Spot

Allergische Erkrankungen der Katze

Die pyotraumatische Dermatitis

Der Hot Spot ist eine Hauterkrankung, die vorwiegend in der warmen Jahreszeit auftritt. Betroffen sind in erster Linie langhaarige oder stockhaarige Hunde mit dichtem Fell, wie der Berner Sennenhund, Golden Retriever, Schäferhund, oder Neufundländer.

Symptome: Dem Tierbesitzer fällt meist als erstes Symptom auf, dass sich sein Hund an einer bestimmten Stelle vermehrt kratzt. Bei genauerer Untersuchung entdeckt er an dieser Stelle eine ganz oberflächliche, nässende Wunde. Meist ist die Stelle ungefähr kreisförmig. Innerhalb eines Tages oder auch nur weniger Stunden verwandelt sich die nässende Stelle in einen gelblichen, nassen "Fleck", der schnell größer wird und den Hund stark irritiert.

Wenn der Tierarzt die Stelle dann rasiert, stellt sich heraus, dass die nässende Wunde von einem Ring roter, entzündeter Haut umgeben ist und sich auch in der Umgebung zahlreiche kleinere Inselchen befinden.

Hot Spot an der Wange durch Kratzen wegen einer Ohrenentzündung

mit Fell
mit Fell
geschoren
geschoren
Nahaufnahme
Nahaufnahme

Enstehung: Ein Hot Spot entsteht, wenn es bei diesen Hunden zu einer ganz oberflächlichen Schädigung der Haut kommt. Das dichte Fell bildet ein schützendes Dach gegenüber der Umgebung. So können zwar von außen keine Schmutzpartikel an die Wunde kommen, aber gleichzeitig werden die Bakterien, die auf der Hautoberfläche jedes gesunden Hundes in Massen vorkommen, auch gegen Umgebungseinflüsse abgeschirmt. Es entsteht ein feuchtes, warmes Mikroklima auf der verletzten Hautoberfläche, und die Bakterien vermehren sich massenhaft. Und wenn sie einmal Fuß gefasst haben, können sie sich auch auf gesunde Hautbezirke ausbreiten.

Diese oberflächliche Schädigung der Haut kann passieren, wenn der Hund durch Sträucher oder Zäune läuft, häufig fügt er sie sich aber selbst durch Kratzen, beispielsweise bei Floh- oder Zeckenbefall oder Ohrenentzündungen zu.

Behandlung: Neben der Behandlung der eitrigen Entzündung ist das Finden und Beheben der Ursache die Voraussetzung zur Abheilung eines Hot Spots.

Ist die Ursache behoben, muss erst einmal Luft an die Haut. Außerdem werden die Behandlung mit Antibiotikum, einem bakteriziden Shampoo und eventuell juckreizstillende Maßnahmen je nach Stärke der Erkrankung angezeigt sein. *

Allergische Erkrankungen der Katze

Wir betrachten Allergie heute nicht mehr als eine Krankheit an sich, sondern vielmehr als ein missgeleitetes Reaktionsmuster des Immunsystems auf äussere Einflüsse. Das Immunsystem reagiert auf einen an sich harmlosen Reiz mit einer übertriebenen Entzündungsreaktion. Diese Neigung ist bis zu einem gewissen Grad ererbt.

Bei Katzen treten Allergien in der Regel zwischen dem vollendeten ersten und dem dritten Lebensjahr auf. Zu dieser Zeit ist das Immunsystem bereits voll ausgereift und hat sich ein bestimmtes Reaktionsmuster gegenüber Umweltreizen „angewöhnt“.

Wird der Umweltreiz – das Allergen – über die Haut oder die Schleimhäute aufgenommen, spricht man von einer Atopie. Besteht eine Allergie auf ein über die Nahrung aufgenommenes Eiweiß, spricht man von einer Futtermittelallergie. Reagiert die Katze auf die ständige Berührung mit einem Allergen, wie zum Beispiel einer Schlafdecke aus einem besonderen Material, spricht man von einer Kontaktallergie.

Leider ist das Symptom in allen Fällen das gleiche: Juckreiz. Und um die Sache für uns schwieriger zu machen, reagieren Katzen auch sehr unterschiedlich auf Juckreiz:

• Durch Kratzen.... Blutige Kratzer im Gesicht, vor den Ohren, an der Schulter sind ein deutliches Zeichen.

• Durch Schlecken... Die Katze scheint überhaupt nicht mehr mit dem Putzen fertig zu werden, oder sie zieht sich zum Putzen in ein Versteck zurück, um nicht gestört zu werden. Manche Katzen putzen so intensiv, dass sie sich die Haare am Unterbauch oder an den Beinen ganz wegschlecken oder so kurz schlecken, als wären sie geschoren.

Die Untersuchung

Der wichtigste Teil der Untersuchung besteht darin, andere Ursachen für Juckreiz auszuschliessen. Schliesslich können auch Flöhe, Läuse, Haarlinge, Milben, Hautpilze, Bakterien... zu ähnlichen Symptomen führen.

Eine Atopie, also eine Allergie auf verschiedene Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben, oder eine Flohspeichel- Allergie können durch einen Allergietest festgestellt werden.

Futtermittelallergien lassen sich nur durch eine mindestens acht Wochen lang durchgehaltene geeignete Ausschlussdiät feststellen.

Futtermittelallergie
Futtermittelallergie
Schlecken an Bauch und Hinterbeinen
Schlecken an Bauch und Hinterbeinen
Kratzwunde vor dem Ohr
Kratzwunde vor dem Ohr

Die Therapie

Wie beim Menschen, sind auch Allergien der Katze schwer zu heilen, da es sich ja um ein Reaktionsmuster des Immunsystems und nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinn handelt.

In den seltensten Fällen gelingt es, einfach die Konfrontation der Katze mit dem Allergen zu vermeiden. Eine praktikablere Möglichkeit ist, durch eine Hypo- Allergenisierung das Immunsystem schrittweise an das Allergen zu gewöhnen.

Es kann auch nötig sein, durch die Gabe von Antihistamin oder Cortison die Reaktion des Immunsystems auf ein für das Tier erträgliches Maß zu reduzieren.

Bei der Flohspeichel- Allergie ist eine durchgehende, wirkungsvolle Flohbekämpfung unumgänglich. Eine Futtermittel- Allergie lässt sich nur durch Vermeiden des/ der sie hervorrufenden Allergene im Futter wirkungsvoll behandeln.

Begleitende Infektionen, die sich durch die Entzündung auf der Haut festsetzen, müssen bekämpft werden, damit sie nicht den entzündlichen Prozess in Gang halten.

In den meisten Fällen ist es nötig, eine individuelle Therapie für das einzelne Tier aus einer oder mehrerer dieser Möglichkeiten zusammenzustellen. *